Die Grundschulstufe (GS)

Inhaltliche Schwerpunkte der Grundschulstufe

Selbstversorgung und Selbständigkeit

Vor allem bei den „Kleinen“ nimmt dieser Bereich noch breiten Raum ein: sich an- und ausziehen, zur Toilette gehen, und vieles mehr. Das sind Dinge, die wir im täglichen Ablauf üben. Auch das Erlernen von schulischen Arbeitsweisen und das selbstständige Arbeiten gehören dazu. Materialgeleitetes Lernen und Freiarbeit unterstützen diesen Prozess

Soziales Lernen und Gemeinschaft

Der Schritt vom Kindergarten in die Schule bedeutet für die Erstklässler zunächst eine große Umstellung. Sie lernen, sich in eine bestehende Klassengemeinschaft einzufügen und sich ihr zugehörig zu fühlen. Dabei lernen sie neue Regeln und Strukturen kennen. Die Kinder entwickeln neue, auch klassenübergreifende Freundschaften und fügen sich nach und nach in die Schulgemeinschaft ein. Mit zunehmendem Selbstbewusstsein gestalten sie das Schulleben aktiv mit.

Kommunikation

Schüler, die noch nicht über Lautsprache verfügen, erhalten Förderung im Bereich der „Unterstützten Kommunikation“. Dies sind spezielle Angebote zur Entwicklung kommunikativer Fähigkeiten. Die Schüler erlernen die an unserer Schule üblichen Gebärden und Bildsymbole sowie den Gebrauch elektronischer Kommunikationshilfen. Für Schüler, die sich lautsprachlich äußern können, steht der Ausbau der Lautsprache im Vordergrund, z.B. das Sprechen in ganzen Sätzen, erste grammatikalische Regeln oder das Nacherzählen von Erlebnissen.

Motorik und Wahrnehmung

Wahrnehmung und Bewegung stehen im engen Zusammenhang mit der kognitiven Entwicklung eines Kindes. Unsere Schüler erhalten vielfältige Möglichkeiten, um mit ihrer Umwelt in Kontakt zu treten. Sie erleben, sie erkunden, machen ihre persönlichen Erfahrungen und erweitern damit ihr Wissen. Durch unmittelbares „be-greifen“ entwickeln sie sich abstrakte „Be-griffe“. Erfahrungen im Raum sind immer auch Grundlage für eine Orientierung im Zahlenraum. Erst wenn Schüler über entsprechende grobmotorische Kompetenzen verfügen (Gleichgewicht, Krafteinsatz, Überkreuzbewegungen etc.) können sie feinmotorische Anforderungen erfüllen (z.B. für den Bleistift- bzw. Scherenführerschein).

Kulturtechniken

Lesen beginnt mit dem Verstehen von Situationen und dem Lesen von Bildern und reicht bis zum Lesen von Schrift. Schreiben umfasst einfaches Spurenmachen bis hin zum Schreiben von Buchstaben. Sprechen meint nicht nur die Lautsprache, sondern auch das Sprechen mit Gebärden und Bildsymbolen (Unterstützte Kommunikation), wenn die Lautsprache (noch) nicht zur Verfügung steht. Mathematik beginnt mit dem Erkunden von Raum und reicht über das Erkennen und Ordnen nach Farben, Formen oder Größen bis zum rechnerischen Umgang mit Mengen und Zahlen. Der Leistungsmaßstab richtet sich nach den Möglichkeiten der einzelnen Schüler und Schülerinnen. Individuelles Lernen wird z.B. durch Freiarbeit, einen persönlichen Wochenplan oder differenzierte Lesekurse realisiert.

Ganzheitliches Lernen

Der Unterricht in der Grundschulstufe ist in einem hohen Maß auf die Gesamtpersönlichkeit der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet. Er spricht alle Sinne an und ermöglicht handelndes Lernen. (Sach-)Themen des Unterrichts werden in der Regel fächerübergreifend und projektorientiert angeboten. Häufig wird eine Sequenz mit einem besonderem Vorhaben gekrönt, wie z.B. einer Ausstellung, einer Vorführung , einem Ausflug oder einer Klassenfahrt.

Musisch- künstlerische Erziehung

Der Unterricht in den Lernbereich Musik und Kunst ermöglicht unseren Schülern eine gewisse Selbst- und Welterfahrung. Sie haben hier die Möglichkeit, mit allen Sinnen etwas zu erfassen bzw. auszudrücken. Auch hier bestehen wieder direkte Verknüpfungen zu den anderen Lernbereichen. Die Schülerinnen nehmen Kunstwerke bzw. Musikstücke wahr und setzten ihre Eindrücke gestalterisch, musikalisch, sprachlich oder in der Bewegung um. Die eigene Kreativität wird angeregt und die Fantasie gefördert.